Unsere Elbphilharmonie in der Hafen City

Unsere Elbphilharmonie in der Hafen City

Das neue Aushängeschild Hamburgs, unsere Elbphilharmonie in der Hafen City

Am 6. Januar war ich mit meinem Freund und meiner besten Freundin bei strahlendem Sonnenschein und ziemlicher Kälte auf der Aussichtsplattform der genau zwei Monate zuvor endlich fertig gestellten und teileröffneten Elbphilharmonie – dem neuen Konzerthaus in Hamburgs Hafen City.

Nach dem Motto „Was lange währt, wird endlich gut!“ hatte die minimal längere Bauzeit bei unwesentlichen Mehrkosten *hust* nun ja endlich ein Ende und ich finde es noch immer ungewohnt, dass der Kran weg ist, an den ich mich in den vergangenen 10 Jahren der Bauphase doch so sehr gewöhnt hatte.

Ich bin aber auf jeden Fall der Meinung, dass sich der 789 Mio Euro Blick wirklich lohnt.

Und bei dem, was da an Hamburger Steuergeldern verpulvert – äh verbaut – wurde, sollte jeder einzelne Hamburger ja eigentlich mindestens ein mal im Monat den Ausblick auf der Dachterrasse nutzen. Ist ja auch irgendwie unsere Dachterrasse – mit bezahlt quasi 😉

789 Mio€  der Baukosten sind übrigens aus öffentlichen Mitteln, also auch aus Steuergeldern getilgt worden, die Differenz zu 866 Mio € wurde dann durch Spenden und andere Einnahmen finanziert (- die 45 Wohneinheiten sind darin nicht enthalten, von denen die größte immerhin 400 Quadratmeter umfasst). Kleingeld quasi.

Aber nein, jetzt mal im Ernst – Mehrkosten und ewig lange Bauphase bei Seite muss ich wirklich sagen, dass den Architekten und der Stadt Hamburg allen Zweiflern und Kritikern zum Trotz mit unserer Elbphilharmonie ein echtes Meisterwerk gelungen ist.

Sie kann sich sehen lassen, die chice Elphi!

Und mit einer Höhe von 110 Metern über 26 Etagen – die Aussichtsplattform befindet sich im achten Stock auf 37 Metern – ist sie zum Glück auch nur schwer zu übersehen.

Da Fenster verbaut wurden, die selbstreinigend sind (ca 72.000 Euro pro Stück, 2200 davon wurden verbaut – für den Einbau zu Hause also vielleicht doch nicht so ganz geeignet) und ich Fensterputzen hasse, wäre eine der 45 Wohnungen in dem Gebäude der Elbphilharmonie quasi mein perfektes zu Hause. Bei einem Quadratmeterpreis von 25.000€ – die größte Wohnung kostet somit um die 10 Mio € – werde ich aber wohl leider passen und einfach weiter Fenster putzen müssen, dabei hatte ich die 400 Quadratmeter Wohnung im 18. Stockwerk in Gedanken doch schon eingerichtet… 😉

Aber nun genug der Fakten und Träumereien und zurück zu unserem Tag in der Hafen City Hamburg.

Als wir dem neuen Hamburger Wahrzeichen einen Besuch abgestattet haben, mussten wir zwischen Touristen und Hamburgern, die es uns gleich taten und etwas für ihre Steuergelder haben oder mal eine Baubegehung des von ihnen mitfinanzierten Großprojektes machen wollten, erst mal eine ganze Weile darauf warten, uns am Schalter ein kostenloses Ticket geben zu lassen, das uns zum Einlass zu einer gewissen Uhrzeit berechtigte.

Ein Fakt sei an dieser Stelle noch erlaubt: Wer das Warten in dieser Schlange vermeiden will, kann sich (hieronline Tickets reservieren. Dort zahlt man allerdings für die frühzeitige Reservierung eines Termins in einem bestimmten Zeitfenster ein paar Euro. Für Ungeduldige und Wochenend-Urlauber mit Zeitdruck aber durchaus eine Überlegung wert.

ElbphilharmonieNachdem wir nun ein Ticket, das uns in einer Dreiviertel Stunde zum Einlass berechtigte, in den Händen hielten, machten wir noch einen Abstecher zum nahe gelegenen Schanzen Bäcker, wo wir uns mit White Chocolate Mocca und Quarkhörnchen noch für den beschwerlichen Aufstieg stärkten.

In der Elphi drinnen stellten wir dann wenig später fest, dass wir uns besser Wegzehrung hätten einpacken sollen, denn die gefühlt längste und gleichzeitig langsamste Rolltreppe (82 Meter lang und konvex gebogen) der Welt brachte uns das längste Stück hinauf in Richtung Aussichtsplattform.

Letztlich oben angekommen hatte sich aber das Warten und Frieren mehr als gelohnt. An einem sonnigen Wintertag mit perfekter Sicht konnten wir den Ausblick über Hamburg – die für mich mit schönste Stadt der Welt – genießen.

Es fehlte nur der Sonnenstuhl. Denn im Schutze der Mauern in der Sonne in 37 Metern Höhe war es eigentlich ganz angenehm!

Elbphilharmonie
„Bei den Kosten ist es auch besser, dass sie zum Aushängeschild der Stadt taugt…“
(Einer der Besucher, denen ich an diesem Tag über den Weg lief)

Nachdem wir den Rundblick ausgiebig genossen, einige Fotos geschossen und noch einen Abstecher in dem Störtebeker Brauerei Shop und dem Elbphilharmonie Souvenir Shop gemacht hatten, in dem es wohl jedes erdenkliche Souvenir von Stift, Schlüsselanhänger und Kerzenständer bis hin zu Eiskratzer und Kaffeebecher oder einem Stück übrig gebliebenem Baumaterial mit der Elbphilharmonie drauf gedruckt für sehr saftige Preise zu erwerben gab – das zu viel ausgegebene Geld muss ja schließlich wieder reingeholt werden ( 😉 ) – waren wir bereit für einen Tee.

ElbphilharmonieEine große Kanne Tee um genau zu sein.

Im Meßmer Momentum (Link).

Nachdem wir das seltsame Schild am Einlass gelesen und auch endlich verstanden hatten – es erklärte, man möge bitte warten, bis man eine Platz zugewiesen bekäme und wies erst im „Kleingedruckten“ darauf hin, dass der Eingangsbereich nicht der Wartebereich sei und man, um einen Platz zu bekommen erst einmal quer durch das ganze Restaurant gehen müsse, wo der echte Wartebereich wäre, von wo aus wir dann wiederum einen Platz direkt vor dem Eingang, an dem wir zu Beginn standen, bekommen hatten – bekamen wir auch tatsächlich einen Platz. Und Tee. Und Kuchen.

Elbphilharmonie

Außerdem eine super Inszenierung von einer der scheinbar führenden Kräfte im Restaurant. Immer wieder fragte er Kunden, die das Schild am Eingang genau wie wir nur bis zur Hälfte gelesen hatten, ob sie schon lesen könnten und das Schild aufmerksam gelesen und auch verstanden hätten. Nickten sie dann ergeben, fragte er frech, warum sie dann noch am Eingang stünden und Ähnliches.

Das kann man sich auch nur leisten, wenn man gut von Touristen und Tagesgästen lebt und nicht auf wiederkehrende Kundschaft angewiesen ist – wobei man nach diesem Besuch nun natürlich auch schon weiss, dass der Wartebereich und der Eingangsbereich zwei völlig unterschiedliche Universen sind….

Egal. Tee und Kuchen waren dafür ein Gedicht und unsere Bedienung war auch sehr charmant und zuvorkommend. Außerdem ist das Meßmer Momentum – wenn man weiß, wo man auf seinen Tisch zu warten hat – wirklich eine Empfehlung.

ElbphilharmonieDie Atmosphäre und das Angebot, sowohl was Tees angeht als auch was Kuchen und herzhafte Kleinigkeiten betrifft, sind die kleinen Stolpersteine auf dem Weg zum Sitzplatz in diesem Café (sagt man das auch, wenn es hauptsächlich Tee gibt!? Oder heisst das dann Teehaus?) auf jeden Fall wert und wiegen die etwas fragwürdige Vorgehensweise des „Sitzplatzeinweisers“ definitiv wieder auf.

Nachdem mein Sanddorn Roibos-Tee geleert und mein Apfelstrudel verspeist waren, hatten wir genug von der Hafencity und machten uns auf den Weg Richtung Sofa in der heimischen Wohnung (leider nicht in der Elphi 😉 ).

Das war er nun, unser erster Besuch auf unserer neuen Lieblings-Dachterrasse Hamburgs, der Elbphilharmonie und ihrer Plaza.

Statt 77 Mio € Kosten sind es letztlich zwar 789 Mio € für die öffentliche Hand geworden und man fragt sich unweigerlich, ob da einer der schlauen Füchse aus der Planungsabteilung vielleicht einfach einen Kommafehler gemacht hat – aber missen möchten wir sie auch nicht mehr unsere Elphi…

Und wenn wir die Plaza künftig wirklich einfach als unsere eigene Dachterrasse zum Sonne tanken und in der ganzen Stadt kurz mal nach dem rechten sehen nutzen, ab und an vielleicht ein cooles Konzert besuchen – vielleicht gibt es ja auch mal Rock Konzerte!? – dann hat sich unser aller Investition ja nun irgendwie auch doch gelohnt. 😉

Wir haben auf jeden Fall alle immerhin ein neues Wahrzeichen und eine Geschichte zu erzählen, von dem Theater, das ein bisschen länger gebaut wurde und ein wenig mehr kostete, als ursprünglich geplant, aber das doch noch vor dem BER fertig geworden ist – Schöne Grüße aus Hamburg an dieser Stelle nach Berlin!! 😉


Und vielleicht sieht man sich ja bald mal auf der Elbphilharmonie Plaza… Haltet Ausschau nach einem Sonnenstuhl!

Eure Kristina

Elbphilharmonie

Und hier noch einmal für Eilige die Fakten in aller Kürze

Elbphilharmonie 

Hamburg Hafen City, Platz der Deutschen Einheit 1/Am Kaiserkai 62, Hamburg

Bauzeit von 2006 bis November 2016

Teileröffnung der Plaza am 6.11.2016, Feierliche Eröffnung und Übergabe an die Stadt Hamburg am 11.01.2017

Baukosten 866 Mio €, davon 789 Mio € durch Steuern finanziert (77 Mio € waren zu Beginn der Planung aus öffentlicher Hand eingeplant )

Enthält 2 Konzertsäle (groß 2100 Plätze, klein 550 Plätze), ein Fünf Sterne Hotel mit 244 Zimmern und 45 Privatwohnungen sowie einige gewerbliche Räume und eine Tiefgarage

Besuch auf der Plaza im 8. Stock kostenlos. Kostenlose Tickets gibt es mit Wartezeit vor Ort oder für 2 € Reservierungsgebür online.

(all diese Angaben natürlich ohne Gewähr. 😉 )



1 thought on “Unsere Elbphilharmonie in der Hafen City”

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